Mann im schwarzen Rock
Gerulf Pannach
Grillen zirpen
Zur Baumwollzeit
Auf der Leine, zum Trocknen
Hängt ein weißes Baumwollkleid
Die Fenster sind weit offen
Orkanischer Wind
Läßt die Bäume sich biegen
Die aus Afrika sind
Nicht ein Wort, kein Lebwohl
Es bleibt nur der Schock
Sie ging weg mit dem Mann
Im schwarzen Rock
Irgendeiner, der singt was
Und langweilt sich matt
In dem alten Tanzsaal
Draußen vor der Stadt
Und er sieht ihr in die Augen
Sie bleibt stehn und sie fragt
Ob er mit ihr tanzen will
Sie weiß nicht, daß er jagt
Und irgendeiner, der sagt
Mit der Bibel im Kopf
>Da war Staub auf dem Mann
Im schwarzen Rock!<
Der Prediger tönte
Die Botschaft klang echt
Er sagte: >Jedes Mannes Denken
Ist verkommen und schlecht!
Du darfst keinem erlauben
Dein Führer zu sein
Wenn du's doch tust, wirst du es
Für immer bereun!<
Ja, sowas ist schwer zu schlucken
Es bleibt stecken im Kropf
Dein Herz zu geben, dem Mann
Im schwarzen Rock
>Leben macht keine Fehler!<
Hör ich Leute erzähln
Und es ist vielleicht wahr
Und man kann es so sehn
Menschen leben nicht, noch sterben
Menschen fließen ad hoc
Sie ging weg mit dem Mann
Im schwarzen Rock
Es ist Rauch überm Wasser
Alles, wie gewohnt
Baumstämme entwurzelt
Bei zunehmendem Mond
In dem Puls der Bewegung
Auf polterndem Grund
Da ist einer, der schlägt
Einen toten Hund
Nein, sie sagte gar nichts
Es bleibt nur der Schock:
Sie ging weg mit dem Mann
Im schwarzen Rock